Kroatien

gewandert im Juli 2013

Nacionalni park Plitvička jezera

Die Plitvicer Seen sind der größte und bekannteste Nationalparks Kroatiens. Er wurde bereits 1979 als eines der ersten Naturdenkmäler in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen. Die einzigartige Karstlandschaft rund um die Plitvicer Seen  liegt im Landesinneren, etwa 140km südlich von Zagreb und 150km nördlich der Küstenstadt Zadar.

Auf einer Länge von 8 km reihen sich ähnlich einer Perlenkette sechzehn Seen aneinander, die durch unterirdische Wasserläufe und zahllose rauschende Kaskaden miteinander verbunden sind. Das kristallklare Wasser ergießt sich stufenförmig über Kalksinterbarrieren von einem blaugrüne See in den nächsten. Der Prošcansko Jezerober auf 637m ist der höchstgelegene See und der Novakovica Brod auf 503m der niedrigste.
Das Whrzeichen des Nationalparks ist der Braunbär.

Die Entstehung der Seen
Kalksinterbarrieren
Kalksinterbarrieren

Das "Land der fallenden Seen" verdankt sein Aussehen der Ablagerung von Kalksinter bzw. Travertin und den dabei eine große Rolle spielenden Moosen, Algen und Wasserpflanzen. Das Regenwasser, das durch die Erdoberfläche sickert, absorbiert Kohlendioxid und führt zur Bildung von Kohlensäure, die den Dolomit sowie das Kalkgestein angreift und in der Folge die Karstgewässer mit Kalzium- und Magnesiumbicarbonat übersättigt. Sobald dieses Wasser wieder an die Oberfläche tritt und an Hindernissen zu sprudeln beginnt, kommt es zu einem chemischen Ungleichgewicht, bei dem Kohlendioxid frei gesetzt wird und kleine Kalziumkarbonatkristalle abgelagert werden.
 

Ca(HCO3)2 sprudelnd -> CO2 (Kohlendioxid) + H2O (Wasser) + CaCO3 (Travertin)

Es sind die Abermillionen von Bakterien und Algen, die an Moosen und Wasserpflanzen ihre Sekrete absondern und somit die Ablagerung von Kalksinter begünstigen. Schön zu sehen ist dieser harte, graugelbliche Überzug auf den umgefallenen Bäumen, die im Wasser liegen, sowie auf sämtlichen untergetauchten Pflanzenstängeln und -blättern.
Jene in diesem Jahr noch saftig grünen Moosbärte werden sich in naher Zukunft gelblich verfärben und allmählich zu Travertin versteinern. Da die Dämme im Schnitt 1-3 cm im Jahr wachsen, ist die Seenlandschaft kontinuierlichen Veränderungen unterworfen. Immer wieder entstehen neue Barrieren, das Wasser wird in neue Bahnen gelenkt und nach starken Regengüssen stürzen alte Dämme ein und werden fortgeschwemmt. Jedes Jahr bilden sich hier neue Wasserfälle während andere langsam oder plötzlich versiegen.
Auch auf den Boden der Seen lagert sich weißes Kalzium ab und lässt die sogenannte Seekreide entstehen, deren Kristalle die Sonnenstrahlen brechen und den Plitvicer Seen diesen herrlich klaren blaugrünen Farbton verleihen.

Essentiell für die Bildung von Travertin ist ein warmes, feuchtes Klima sowie saubere Gewässer, frei von organischen Verunreinigungen. Nur ein Stück weiter in Richtung Karlovac gibt es entlang des Korana Flusses trotz des nach wie vor übersättigten Wassers keine Travertinbildung mehr, aufgrund der abnehmenden Wasserqualität und dem Beimengen von organischen Substanzen. Zum Schutz des Nationalparks ist heute das Baden in den Seen untersagt sowie die Errichtung von neuen Siedlungen entlang des weißen Flusses, einer der Hauptadern der Seen. Auch für eine ordnungsgemäße Abwasserentsorgung der Siedlung Mukinje und der drei Hotels im Park musste gesorgt werden. Nur so kann garantiert werden, dass die Plitwitzer Seen auch zukünftig in ihrer heutigen Form weiter existieren können.